Bauernhof mit einer reichen Geschichte

Die Schapenboerderij Texel hat eine lange, beeindruckende Geschichte. Die quadratförmige Konstruktion unseres Bauernhofes, welche in den Niederlanden ‘Stolp‘ genannt wird, stammt aus dem Jahre 1700 und wurde aus Schiffsmasten der gesunkenen VOC (Vereinigten Ost-Indischen Compagnie) erbaut. Seit jeher wurden die Stolp-Konstruktionen von den Insulanern als Schafscheunen benutzt. Über Jahrhunderte hielten die Eigentümer dort Ihre Schafe und produzierten Schafsmilch und Käse. Auch die Wolle der Tiere wurde als Einkommensquelle verhandelt. Heutzutage werden die Schafe nicht länger gemolken, aber die alten Milchinstallationen sind noch immer zu besichtigen. Seit Anfang 2015 ist der Stolp-Hof Eigentum der Familie Witte ('Van Rozenhout'). Während einem Besuch auf unserem Bauernhof, können Sie die Lämmchen kuscheln und werden Besucher in die Praxis der Schafzucht und des Landlebens eingeführt: Sie bekommen einen Einblick in die Realität des Lebens für einen echten Schafsbauern.

Bauer Hans

hans

Schafsbauer Hans Witte (1952) stammt aus einem echten Texeler Bauerngeschlecht. Als er 22 war, übernahm er den Familienbetrieb seines Vaters Tinus, der auf dem Bauernhof ‘Rozenhout‘, im Hoge Berg-Gebiet, zwischen den Dörfern Oudeschild und Den Burg, neben dem Blumenzwiebelanbau Kühe und Schafe hielt. Von Kind an lief Hans zwischen den Schafen umher und während der Lämmerzeit bekam er immer drei Wochen Schulfrei, um Zuhause mit an zu packen. Trotzdem wusste er mit 19 Jahren ganz sicher, dass er niemals Bauer werden wollte! Die Pflicht um ständig auf dem Hof mithelfen zu müssen, hatte ihm die Lust dazu genommen. Vor allem aber war die Blumenzwiebelzucht etwas, was ihm überhaupt keine Freude bereitete. 'In der Zeit war kaum ein Pfennig mit der Schafszucht zu erwerben. Mit den Blumenzwiebeln verdienten wir unser ganzes Geld.' Ein paar Jahre arbeitete Hans anderswo, aber das Landleben zog ihn zurück in seinen Bann. 1974 übernam er das Ruder, und konzentrierte sich erstmal vor allem auf die Blumenzucht. Es arbeiteten 25 Leute in seinem Betrieb. Nach 20 Jahren wechselte Hans definitiv zur Schafshalterei. Er kaufte 600 Schafe und schon bald erschienen die ersten Touristen an seiner Scheune. Auch das Auftreiben der Schafe, was Hans mit Hilfe von Hunden macht, zog alle Blicke auf sich. 'Es entstand so ein Trubel auf unserem Betrieb, dass wir kaum noch an die Arbeit kamen. 2004 beschlossen wir, um unsere Türen jeden Tag für eine Stunde dem Publikum zu eröffnen, um unseren Besuchern so die Gelegenheit zu bieten, die Lämmchen zu streicheln', erzählt Hans.

Die Stunde erwies sich schon bald als viel zu kurz und es entstand sogar ein Menschenstau am Hoge Berg. Besucher drängten sich nach vorne um rein zu dürfen. Bauernhof Rozenhout wurde deutlich zu klein für die großen Besucherzahlen und auch für die Herde, die inzwischen aus 750 Schafen bestand. Anfang 2015 erfolgte ein Umzug zu dem heutigen Standort am Pontweg. Ein wunderschöner, alter Stolp-Bauernhof mit jeder Menge Land für die Schafe, Parkplätze für Besucher und Platz um zusätzliche Anlagen zu errichten. Acht bis zehn Monate im Jahr werden die Lämmer geboren. Die größte Geburtswelle findet während den Monaten März und April statt. Das bedeutet Hauptverkehrszeit für Hans. 'Während dieser Zeit arbeiten wir im Wechseldienst, denn wir behalten die Mutterschafe, die kurz vor der Geburt stehen, Tag und Nacht im Auge. Oft brauchen die Auen Hilfe bei der Geburt. Zum Glück können wir die Arbeit gut verteilen, jetzt wo zwei meiner vier Kinder, meine Tochter Mariska und mein Sohn Lennart, dem Familienbetrieb beigetreten sind.'

Bäuerin Mariska

mariska

Für Mariska Witte (1985) war es schon früh klar, dass ihre Zukunft auf dem Bauernhof lag. Als Mädchen von acht Jahren half sie bereits bei der Lämmergeburt, und Tierpflege ist dieser aktiven Insulanerin auf den Leib geschrieben. Neben ihrer Arbeit auf dem Bauernhof, hat sie eine Zweitanstellung bei der Heimpflege und außerdem ist sie bei der freiwilligen Feuerwehr von Texel aktiv. Wie Ihr Vater Hans und Bruder Lennart, erledigt Mariska alle anstehenden Aufgaben auf dem Bauernhof. Sie leitet die Rundführungen, füttert die Schafe und andere Tiere und hilft bei den Lämmergeburten. Ihre Leidenschaft ist die Tierpflege. Wenn einem Schaf etwas fehlt, bemerkt Mariska es sofort. Seit 2010 ist sie Partner im Familienbetrieb.

Bauer Lennart

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Obwohl er die Lilien ganz schön fand, war auch Lennart Witte (1981) ab seinem zwanzigsten Lebensjahr davon überzeugt: Ich werde niemals Bauer! Und trotzdem kam auch Lennart 2015 zum Familienbetrieb. Er arbeitete jahrelang in einer Auto-Lackiererei und nebenbei ab und zu auf dem Bauernhof. 'Die Buchhaltung machte ich schon, aber ich sah für mich nicht direkt eine Zukunft auf dem Bauernhof. Aber jetzt wo wir so gewachsen sind, ist genug Platz für drei Mitinhaber und habe ich komplett zum Familienbetrieb übergewechselt. Kein Tag ist hier gleich, und wir sprudeln über vor neuen Plänen. Ich bin viel am werkeln und beschäftige mich vor allem mit der Einrichtung der Scheunen und dem Hof. Meine Schwester ist der Tierexperte, aber ich lerne jeden Tag dazu. Und inzwischen leite ich auch regelmäßig Demonstrationen im Schafe Treiben und helfe mit bei der Tierpflege.'

geöffnet

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Schapenboerderij Texel ist wider täglich ab 17. Februar 2018 geöffnet

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